Ist Versöhnung eine Bürde oder ein Lied und ist Vergebung ein Flüstern zum Frieden?


Was passierte eigentlich an Ostern? Was feiern wir eigentlich? In den Geschäften bekommst Du Ostereier und Osterhasen aus Schokoladen oder als Dekomaterial. In den Gärten hängen an den Bäumen bunte Eier. Ein weiterer Brauch ist, dass die Kinder Eier anmalen und dass die Osterhasen gefüllte Nester im Garten versteckt haben sollen und die Kinder sie suchen müssen. Haben wir Ostern zweckentfremdet? Sind wir mit der heutigen Situation wirklich versöhnt? Ist Versöhnung eine Bürde oder ein Lied und ist Vergebung ein Flüstern zum Frieden? Bringt der Osterhase die gewünschte Versöhnung, Vergebung und Frieden in unserem Leben? Wenn nicht, gibt es eine andere Option? Von welcher Option sprechen wir eigentlich? Wodurch oder besser gesagt, wer ist damit gemeint?


Ich habe mir die Frage gestellt, wer die Welt momentan regiert. Wer hat die Macht? Wer entscheidet über mein Leben oder über Deines? Wem sind wir ausgeliefert? Wie konnte es so weit kommen? Ärger, Beleidigungen, Bitterkeit, Misstrauen, Wut, Zorn, vermehrte Aggressionsausbrüche bis hin zu vermehrter Gewalt werden immer salonfähiger und nehmen immer mehr überhand. Warum? Wo sind die ehrenwerten Attribute von Wahrheit, Treue, Loyalität, Liebe abgeblieben und was ist aus unserer Moral geworden? Stehen wir zu unserem Wort oder sind wir wankelmütig? Haben wir einander verloren?


Gibt es einen Weg aus dieser Misere? Was können wir aktiv tun? Was können wir verändern? Ich habe festgestellt, dass die Veränderung immer bei mir anfängt. Ich kann sie nicht von anderen erwarten und schon gar nicht erzwingen. Das erforderte bei mir ein komplett neues Umdenken.


Hast Du Dich schon mal gefragt, wer die Welt mit den verschiedenen Tieren, Pflanzen und Blumen geschaffen hat? Ein Freund sagte mir, dass ich aus einem Gedanken Gottes entstanden sei. Hatte die Person recht? Haben mich nicht meine Eltern gezeugt und stammte ich nicht aus dem Leib meiner Mutter? Aber wo war ich davor?


Bei der Geburt, meiner erstgeborenen Tochter, als ich sie zum ersten Mal in den Händen hielt, war das ein unglaubliches und überwältigendes Gefühl. Ich konnte es nicht fassen, dass dieses wunderschöne Geschöpf aus mir stammte? Ich bestaunte dieses vollkommene Kind. Alles war dran, die winzigen Fingerchen und die kleinen Füßchen, aber vor allem prägte ich mir ihr Gesichtchen und ihre Gesichtszüge ein und roch an ihr. Ein starker Beschützerinstinkt stieg in mir hoch. Misstrauisch verfolgten meine Blicke die Hebamme als sie sie mir wegnahm, um bei ihr die routinemäßigen Untersuchungen durchzuführen.


Zu meiner Zeit wurden nachts die Mütter von ihren Säuglingen noch getrennt. Da sie abends zur Welt kam, musste ich sie nach einiger Zeit abgeben. Das war für mich ein schlimmer Moment, ich war fast am Durchdrehen. Da verstand ich das Sprichwort Wort wörtlich, sie kämpft wie eine Löwenmutter. Ich wollte mein Kind nicht hergeben und rang mit der Kinderschwester um eine Ausnahme, leider musste ich mich den Krankenhausregeln fügen und unterordnen. Obwohl ich müde war, konnte ich kaum schlafen. Immer wieder wachte ich beunruhigt auf. Was wenn man sie mir wegnehmen wollte oder sie gar vertauscht würde? Was wenn mein Kind mich brauchte, weinte und ich war nicht da? Sie musste mich doch vermissen, mein Herz spüren oder meine Körperwärme fühlen. Ungeduldig wartete ich am frühen Morgen auf die Kinderkrankenschwester, die sie mir zum Stillen brachte. Aufmerksam schaute ich sie an und roch an ihr. Voller Erleichterung stellte ich fest, dass es mein Kind war. Natürlich wollte ich wissen, wie ihre Nacht war, ob sie viel geweint hätte.


Bei meinem Sohn, zwei Jahre später, war die Geburtsstation schon fortgeschrittener und er durfte bei mir im Zimmer schlafen. Ich werde diese Nacht nie vergessen. Ich hatte viel Zeit um ihn zu betrachten, denn an Schlaf war nicht zu denken. Mir entging keine Regung und wenn es ein Stirnrunzeln, eine Bewegung der Fingerchen oder ein leises Wimmern beim Schlafen war. Es war faszinierend und ein wundervolles Glücksgefühl zugleich. Wenn wir fähig sind zu solchen Gefühlen, warum tun wir uns so schwer zu glauben, dass es eine Person geben könnte, die das alles hier erschaffen hat und genauso eifersüchtig über uns wacht?


Du als Eltern gibst alles, was Du hast. Du freust Dich an ihren Erfolgen und leidest an ihren Misserfolgen. Du fühlst, wenn es ihnen nicht gut geht. Jede Veränderung nimmst Du wahr und die Zeit der Kindheit geht schnell vorbei bis sie zu erwachsene Menschen heranreifen und Du stolz auf sie bist. Du tauschst Dich mit ihnen aus, Du lachst und alberst mit ihnen herum. Du antwortest auf ihre vielen Fragen, singst Lieder oder liest ihnen, vor dem Einschlafen, aus einem Buch vor. Du ärgerst Dich auch über sie, manchmal könntest Du sie auf dem Mond schießen, wenn sie Dir den letzten Nerv rauben, aber trotzdem liebst Du sie über alles. Du versöhnst Dich mit ihnen, musst ihnen vergeben, aber auch sie sind mit Dir als Elternteil herausgefordert. Du bist ungerecht und behandelst sie nicht immer korrekt oder nach ihren Wünschen, denn auch Du bist genervt, gereizt, gestresst und machst in der Erziehung Fehler. Jedenfalls erging es mir so, dann kommt der Zeitpunkt des Loslassens, das schon früh anfängt und Du bist immer wieder damit konfrontiert und herausgefordert.


Hast Du Dir schon Gedanken gemacht, dass es dem Schöpfer genauso mit uns ergehen könnte? Auch wenn wir IHN mit unseren bloßen Augen nicht sehen können, ist er doch anwesend. ER kann zu uns sprechen, man kann IHN mit den geistigen Augen sehen, IHN riechen, fühlen und manchmal sogar tasten. Du glaubst mir etwa nicht? Jedenfalls habe ich die Erfahrung gemacht, dass es bei mir und vielen andern Menschen funktioniert. Da ER uns einen freien Willen geschenkt hat, würde ER sich uns nie aufdrängen oder uns belästigen. Das bedeutet, dass wir IHN suchen müssen, denn ER sagt, wer mich sucht, der wird mich finden und wer anklopft, dem wird aufgetan.


Damit ER uns verstehen kann, sandte ER seinen Sohn in diese Welt, Jesus Christus, der wiederum unser älteste Bruder ist. Wir sind Gottes Töchter und Söhne, so gesehen sind wir alle eine riesengroße Familie. Jesus wurde geliebt und gehasst zugleich und dies hat sich bis heute nicht geändert. ER lebt unter uns. ER kennt alle Gefühle und Emotionen. ER weiß, wie es sich anfühlt, wenn man abgelehnt, verspottet und mit Gewalt behandelt wird, ER ertrug Leid, trotzdem blieb ER ohne Sünde. ER wurde wie ein Verbrecher ans Kreuz genagelt. Warum tat ER dies? Lange kapierte ich den Sinn und Zweck dieser Tat nicht wirklich.


Seine Antwort auf diese Frage finden wir in Johannes 14:6: Jesus sagte zu ihm: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.

13 Alles, um was ihr in meinem Namen bitten werdet, werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht wird. 14 Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bitten werdet, werde ich es tun. 15 Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten. 16 Und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll, 17 den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt. Ihr aber kennt ihn, weil er bei euch bleibt und in euch sein wird. 18 Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, ich komme zu euch.“


23 Jesus antwortete ihm: „Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten; mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm Wohnung nehmen. 24 Wer mich nicht liebt, hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat. 25 Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin. 26 Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.


27 Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht, wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht. 28 Ihr habt gehört, dass ich zu euch sagte: Ich gehe fort und komme wieder zu euch. Wenn ihr mich liebtet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich. 29 Jetzt schon habe ich es euch gesagt, bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschieht, zum Glauben kommt. 30 Ich werde nicht mehr viel zu euch sagen; denn es kommt der Herrscher der Welt. Über mich hat er keine Macht, 31 aber die Welt soll erkennen, dass ich den Vater liebe und so handle, wie es mir der Vater aufgetragen hat. Steht auf, wir wollen von hier weggehen!“


Als ich diese Worte immer besser verstand, da war mir sonnenklar, wenn ich nicht versöhnt mit IHM wäre und SEINE Versöhnung annehmen würde, würde ich im Unfrieden leben, somit hätten die negierenden und uncharmanten Attribute in mir die Macht. Aber genauso verhielte es sich mit der Vergebung und Versöhnung zu mir selbst, aber auch zu meinen Mitmenschen, wie Eltern, Geschwister und Arbeitskollegen, Nachbarn und im Weiteren Radius, wie z.B. die Regierung etc., würde sich durch mich keinen Frieden ausbreiten können. Genau das feiern wir an Ostern, die Kreuzigung Jesu und dessen Vergebung unsere Sünden, damit wir mit IHM versöhnt sind. Wenn nicht, müssen wir uns nicht wundern, dass wir von einer Krise in das nächste Chaos schlittern.

Somit erklärt sich von selbst die Frage ist Versöhnung eine Bürde oder ein Lied und ist Vergebung ein Flüstern zum Frieden? Dann wünsche ich Dir noch frohe und gesegnete Ostern... Tschüss, bis zum nächsten Sonntag mit, was bewegt die Welt? Aber vor allem was bewegt Dich, in dieser Welt? Egal mit welcher Krise wir zu kämpfen haben, Friede, der durch Dich die Welt beflügelt?



Deine Dominique-Muriel

PS. Schreibe mir einen netten Kommentar, wie es Dir so ergangen ist oder einen Daumen hoch ... Jedenfalls freue

ich mich, etwas von Dir zu hören!

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