Existenzangst – Kündigung – Neuer Job?!

Ich mache mit dem Thema Existenzangst  – Kündigung – Neuer Job?!, weiter. Tja, wie es so kam. Wir befanden uns ebenfalls in der 2. Wachstumsphase zu dem Thema. Wenn jemand in ein neues, bestehendes Team eingearbeitet wird, entstehen 4 Wachstumsphasen. Zur Wiederholung, falls Du den Blog-Artikel Existenzangst – Kündigung – Gefährdung Deines Jobs? 1. Teil noch nicht gelesen hast: 

 

Zum 2. Punkt: Die Konfrontationsphase ist von besonderer Bedeutung, da sich hier entscheidet, ob das Team weiter besteht, oder aufgrund unüberwindbarer Konflikte zerfällt. Es kommt zu Machtkämpfen,

Meinungen und Gefühle werden offen ausgesprochen. Können diese Konflikte gelöst werden, kommt es am Ende dieser Phase zur Definition der Aufgabenrollen, es hat sich ein Grundkonsens gebildet.

 

Die Probleme wiederholten sich mit der neuen Arbeitskollegin. Ich war wiederum involviert in diversen Gesprächen und wohlgemerkt nebenbei war ich veranwortlich, dass das Tagesgeschäft reibungslos weiter lief. Diese ganze Aktion dauerte ca. ein halbes Jahr. Kurz vor Weihnachten, die Kündigung lag vor einem Teammeeting. Tränen überströmt – durch den Wind, verlies sie die Praxis. Noch während dem Teammeeting bekam ich auf meinem Handy wieder einen Hilferuf. Ihre Not: "Ich stehe mit meinem Auto am Strassenrand und bin ausser mir!" Nach dem Meeting versuchte ich, so gut es ging, sie zu beruhigen, damit sie ohne Gefahr mit ihrem Auto nach Hause fahren konnte.


Ich merke gerade, wenn ich mich in diese Zeit zurück versetze, dass diese Geschehnisse nicht ganz spurlos an mir vorübergehen. Immer wieder stellen wir uns die Schuldfrage. Wer oder was ist Schuld? Warum müssen nur mir solche blöden Dinge passieren? Warum trifft es nur mich? Warum habe ich die A ... karte? Eine berechtigte Frage.

 

Die Situation spitzte sich zu und es eskalierte. Diese Kollegin drohte mit einem Rechtsanwalt und es kam zum Gerichtsverfahren. In dieser Zeit nahm ich Kontakt mit ihr auf und probierte sie davon 

abzubringen, aber ihr Zorn hatte sich festgefahren und sie blieb beharrlich auf ihre Position. Ich konnte beobachten, wie sich die Fronten verhärteten, dementsprechend wurde auch ihr Zeugnis verfasst und ganz bestimmt nicht zu ihren Gunsten – Vorteil!

 

Wir stemmten und organisierten während dieser Zeit zwischen den beiden Kündigungskanditatinnen

und dem normen Routinebetrieb, auch noch einen Praxisumzug. Es war Weihnachten, Du kannst Dir

vorstellen, durch die ganze Belastung war ich total übermüdet und mein Nervenkostüm nahm stetig ab.

 

Ich war urlaubsreif, denn ich hatte ein halbes Jahr keinen Urlaub gehabt. In den Ferien kümmerte ich mich ausschliesslich um mich selbst. Ich war fast täglich im Fitnessstudio und genoss die Natur, meine Familie, Freunde und Tiere. In der letzten Zeit hatte ich viele Überstunden angesammelt und die

bummelte ich Anfang Januar ab. Während meiner Abwesenheit gingen meine Vorgesetzten wieder auf die Suche nach einer neuen Kollegin.

 

Am Dienstagabend, die Schneeflocken schwebten vor meinem Wohnzimmerfenster, ich hatte mich mit einem warmen Tee auf der Coach eingekuschelt und las ein spannendes Buch, als ca. um 21:00 Uhr einer meiner Chefs anrief. Ein kleiner Tip am Rande, wenn Du Urlaub hast, gehe nie an Dein Handy, erst Recht nicht, wenn es Dein Arbeitsgeber ist, denn in der Regel hagelt es nur Hiobsbotschaften ...

 

Sie luden mich am Donnerstagabend zu einem Ärztemeeting ein, zu einer Tageszeit in der keine Mitarbeiter/innen mehr in der Praxis waren. Irgend etwas in seiner Stimmlage und die ungewöhnliche Zeitangabe liessen mich aufhorchen. Wir Frauen mit unserem 7ten Sinn ... Ich forderte ihn heraus, mir den Grund dieses Treffens zu nennen. Schliesslich hatte ich ein Recht zu erfahren, besonders da es während meines Urlaubes stattfand, was sie veranlasste, mich aus den Ferien ins Geschäft zu zitieren.

 

Du kannst Dir sicherlich vorstellen, dass mein Boss nur so herumdruckste und probierte, sich aus der Affäre zu ziehen. In meinem Alter und durch die jahrelange Businesserfahrung lies ich mich von ihm nicht hinters Licht führen und aus dem Bauch heraus, meinte ich, dass es bestimmt um meine Kündigung ginge.

 

Nun kam er ins Schwanken. Innerlich hatte ich es gespürt und so meinte ich zu ihm, dass ich keinen Rechtsanwalt und kein Gericht einschalten würde, sondern in Würde und Frieden unser 

Arbeitsverhältnis auflösen und eine Leitungsübergabe an meine Nachfolgerin anstreben würde, damit der Betrieb seinen gewohnten Gang ohne Einbussen weiter geführt werden könnte. 

 

Hörbar hielt er die Luft an und war fassungslos, keine Tränen, keine Vorwürfe, keine Szene meinerseits. Das hatte er nicht erwartet. Ich blieb freundlich und ruhig, aber immer noch stimmte er meiner Vermutung nicht zu, sondern schwieg zu meiner Fragestellung und hielt sich bedeckt. 

 

Eine Stunde später rief er mich nochmals besorgt an, denn in der Zwischenzeit hatte es sich im Team herumgesprochen und die Welle der Entrüstung kam von den Teamkolleginnen. Inzwischen hatte ich meine Stellvertretung angerufen, sie aber hielt sich auch bedeckt. Trotzdem muss irgendjemand davon Wind bekommen haben, denn plötzlich meldete sich eine Kollegin und bestätigte meine Vermutung. In dem ganzen Chaos musste ich mein Team trösten, denn ich erhielt an diesem Abend einige Anrufe. Da

ich den Chefs und dem Team loyal entgegentrat, schlug meine Haltung ein wie eine Bombe.

 

Ich konsultierte in der Zwischenzeit einen Freund von mir, der im Rathaus als Personalrat beschäftigt ist und er gab mir diverse Tipps. Wir leben in einem Rechtsstaat, es gibt Gesetze, die auch der 

Arbeitgeber einzuhalten hat. Ich erhielt von ihm einen kurzen Crashkurs in unserem Rechtssystems,

damit ich die bevorstehende Verhandlung zu meinen Gunsten nutzen konnte. Da keine Abmahnung und kein ersichtlicher Grund für einer Kündigung vorlag, konnte ich über eine Abfindung und Einhaltung der Kündigungsfrist verhandeln. Sie sicherten mir ein einwandfreies Zeugnis und einen perfekten Leumund zu.

 

Sie waren sichtlich erleichtert, dass ich ihnen keine Schwierigkeiten bereitete, und sie zollten mir 

grossen Respekt. Ich muss schon ehrlich zugeben, es gab mir in der ersten Zeit bei der Übergabe einen kleinen Stich in meinem Herzen. Auch einige Patienten, bei denen ich mich verabschiedete, konnten es nicht fassen. 

 

Ich sah es nicht als Niederlage, sondern als Chance an, meinen weiteren Lebensweg mit neuen 

Erfahrungen und Erkenntnissen zu bestreiten. Mir war es wichtig in Würde und mit Respekt diesen Arbeitsplatz zu verlassen, ohne einen fehlenden Krankheitstag. Ich habe mich für die Souveränität

entschieden und es war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte, denn man sieht sich immer zweimal im Leben. Dies war die Antwort zu der Schuldfrage.


Im Leben gibt es immer wieder Abzweigungen, warum darf ein Arbeitsnehmer kündigen und bei einem Arbeitgeber geraten wir aus dem Häuschen und beschweren uns lautstark?  Beide Seiten haben ein 

Recht auf eine Trennung. Mag sein, dass es nicht immer fair erscheinen mag, aber niemand hat behauptet, dass das Leben ein Zuckerschlecken ist und wir auf einem Ponyhof unser Leben fristen müssen. Die Frage ist nur, wie verhalten wir uns? Mit welchen Attributen beschäftigen wir uns und wie eignen wir sie uns an? Setzten wir auf Liebe – Güte – Barmherzigkeit oder sind wir voller Frustration – Enttäuschung – Ärger und Hass?

 

Es geht nicht um die Frage, wer ist schuld? Warum auch, sondern vielmehr geht es darum, in Notsituationen die Ruhe und den Frieden zu bewahren. 

 

Existenzangst  – Kündigung – Neuer Job?! Zurück zu dem Thema. Eine kleine Anekdote, die mich mein halbes Leben begleitet und in Kriesensituationen immer wieder geholfen hat, den Kompass der Liebe nicht zu verlieren! Bei einem Lagerfeuer unterhielten sich ein ehemaliger Indianerhäuptling mit seinem Enkel. Nach einer langen Schweigenszeit, fragte der Junge den Großvater ganz andächtig: "Opa, 

kämpfen auch zwei Wölfe in Deiner Brust – in Deinem Herzen? Welcher ist der Stärkere von Beiden?" Der weise, alte Mann antwortete nach einer Bedenkzeit: "Mein Junge, den den Du am meisten fütterst!"

 

 

Deine Dominique-Muriel

 

PS. Schreibe mir einen netten Kommentar, wie es Dir so ergangen ist oder einen Daumen hoch ... Jedenfalls freue ich mich, etwas von Dir zu hören!

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